Christliche Hörgeschichten für Jung und Alt
Wer den Himmel lenkt
Geschichten einer gläubigen Familie vom Schurwald · 1860–1867
Manolzweiler im Herbst 1860, ein Weiler mit gut zwanzig Häusern hoch über dem Remstal. Baste und Gretle haben sich als Erwachsene auf ihren Glauben taufen lassen. Seitdem gehen sie sonntags nicht mehr den Kirchenweg hinunter nach Winterbach. Sie versammeln sich mit ein paar Gläubigen in ihrer eigenen Stube. Im Dorf nennt man sie „die Täufer“, und nicht alle meinen es freundlich.
Sieben Jahre lang begleiten wir die Familie durch Backtage und Hagelsommer, durch Spott und Freundschaft, Abschied und Neuanfang. Mal steht die siebenjährige Hanna im Mittelpunkt, die alles fragt, was die Erwachsenen lieber nicht gefragt würden. Mal ist es ihr Bruder Wilhelm, ernst, neugierig und nicht immer so brav, wie er sein sollte. Und manchmal sind es die Eltern, an denen sich zeigt, was Glaube im Alltag kostet und trägt. Die beiden Kinder werden dabei groß, und wer zuhört, wächst ein Stück mit.
Erfunden – und doch wahr
Erfunden – und doch so geschehen
Die Familie ist erfunden. Die Welt um sie herum ist es nicht. Die Geschichten folgen den Anfängen der Baptisten in Württemberg: Taufen im Fluss bei Nacht, Vorladungen vor die Obrigkeit, Kinder, die nicht getauft wurden, und Gemeinden, die sich in Stuben trafen, weil sie keine Kirche hatten.
Wo echte Menschen und Ereignisse vorkommen, halten wir uns an das, was überliefert ist. Oft erzählt jemand am Tisch, was in den Anfangsjahren wirklich geschah. Grundlage ist vor allem J. Lehmanns „Geschichte der deutschen Baptisten“. Bei jeder Folge steht, welche wahre Begebenheit in ihr steckt.
Wie wir erzählen
Erzählt, nicht nur vorgelesen
Jede Folge ist eine abgeschlossene Geschichte von etwa 8–12 Minuten. Eine Stimme erzählt, die Figuren sprechen mit eigenen Stimmen, dazu kommen ein paar leise Geräusche aus Stube, Stall und Wald. Eingelesen hat sie unsere Familie am eigenen Küchentisch.
Die Geschichten sind für Kinder und Erwachsene gedacht, am besten zum gemeinsamen Hören. Nicht jede geht glatt aus. Manche enden mit einer offenen Frage, so wie das Leben auch.
Der rote Faden
Walt’s Gott
„Walt’s Gott“, so sagt Gretle jeden Morgen über dem Brot. Es heißt: Gott regiert diesen Tag, nicht ich. Das Wort fällt nicht in jeder Folge. Aber jede Geschichte führt an die Stelle, an der die eigene Kraft aufhört und das Vertrauen anfängt.
Die Figuren
Wer am Tisch sitzt
Die Jüngste · 7 Jahre, als alles beginnt
Hanna
Flink, neugierig und nie um eine Frage verlegen. Hanna will alles verstehen: warum die Mutter über dem Brot betet, warum sie beim Brotbrechen leer ausgeht und warum die anderen Kinder „Täufer“ hinter ihr herrufen.
Der Ältere · 10 Jahre
Wilhelm
Ernst, neugierig, mit kräftigen Händen und einem großen Herzen. Wilhelm will einmal Schmied werden. Er verteidigt seine Schwester, manchmal heftiger als nötig, und er muss lernen, dass Glaube nicht vom Vater geerbt wird.
Der Vater
Baste
Eigentlich Bastian, aber im Weiler heißt er nur der Baste. Kleinbauer, im Winter Holzhauer im Wald. Er redet wenig, aber was er sagt, gilt. Jeden Abend liest er der Familie aus der Bibel vor. Wie er selbst noch wächst, zeigt die Reihe auch.
Die Mutter
Gretle
Eigentlich Margarete, aber alle sagen Gretle. Sie hält Haus, Garten und Stall zusammen. Von ihr stammt das tägliche „Walt’s Gott“, das sie schon von ihrer eigenen Mutter kennt. Wenn andere über die Täufer reden, bleibt sie freundlich und erzählt etwas anderes.
Gretles Mutter
Die Großmutter Hanna
Sie lebt mit im Haus, kennt viele Psalmen auswendig und besitzt eine kleine, abgegriffene Bibel. Ihre Enkelin trägt ihren Namen. Wenn Hanna nicht weiterweiß, setzt sie sich auf den Schemel neben ihr Bett.
Der Nachbar
Der alte Kaspar
Wortkarg und misstrauisch gegenüber den „Täufern“ von nebenan. Aber wer genau hinschaut, merkt: Kaspar sieht mehr, als er zugibt.
Historische Person
Bruder Kammerer
Er leitet die Gläubigen von Kirchheim aus und kommt zu Fuß über den Schurwald in die Stube. Viele Jahre hat er in Frankreich gearbeitet. Er erzählt, wie alles in Stuttgart angefangen hat.
Hinweis: Bruder Kammerer hat wirklich gelebt. Belegt ist, dass er die Kirchheimer Gemeinde leitete und zwanzig Jahre in Frankreich gearbeitet hatte. Seine Besuche in der Stube sind erzählt.
Hannas Freundin
Lies
Die älteste Tochter der Taglöhnersfamilie Häfner. Lies hat wenig zu essen und noch weniger Grund zur Hoffnung. Die Freundschaft mit Hanna gefällt nicht allen.
Der Büttelsbub
Gottlob
Der Sohn vom Büttel. Er weiß genau, wie man die Täuferkinder ärgert, und er plappert nach, was er daheim hört.
Wer den Himmel lenkt
Die Folgen
Über 30 Folgen sind geplant, von Herbst 1860 bis Winter 1867/68. Jede Folge steht für sich, zusammen erzählen sie sieben Jahre im Leben einer Familie. Hier findest du die ersten zehn.
In jede erschienene Folge kannst du 45 Sekunden hineinhören.
Ausblick
So geht es weiter
Ein Freund, der nach Amerika auswandert. Eine Konfirmation, die nicht stattfindet. Eine Vorladung vor das Oberamt. Und eine Nacht am Fluss, die die Familie nie vergessen wird. Weitere Folgen sind in Vorbereitung.
Rundschreiben
Neue Folgen kündigen wir im Rundschreiben an. Trag dich ein, dann verpasst du keine.